Bin ich eine Symbolfigur der deutschen Homeschool-Bewegung?

Es gilt noch immer als exotisch, wenn Jugendliche in Deutschland ohne Schule erfoglreich die Abschlussprüfungen machen.

Familie Reichert „widersetzt sich der Schulpflicht“ – bravo!
Die Medien tun so, als seien das exotische Ausnahmen. Dabei wird in dem wunderbaren Film Alphabet zu Recht gleich zu Anfang erwähnt, dass Babys zu über 90 % hochbegabt sind – Jugendliche dann nur noch zu unter 10%. Durchschnittlichkeit wird uns anerzogen.
Ich habe in meiner Eigenschaft als „Symbolfigur der deutschen Homeschool-Bewegung in den mittlerweile zehn Jahren, wo meine Kinder erfolgreich nicht zur Schule gehen, Hunderte von mehr oder weniger verzweifelten Eltern und Jugendlichen beraten, manche Familien begleite ich über Jahre hinweg durch ihre Behördenprobleme, Umzüge, Auslandsaufenthalte, Schulversuche. Über meinen eigenen Kampf habe ich ja sogar ein Buch geschrieben.
Dabei ist mir eins sehr klar geworden: Das größte Problem sind nicht die deutschen Behörden. Die größte Hürde auf dem Weg zur Bildungsfreiheit ist das Bewusstsein der Eltern, Großeltern, Onkels und Tanten. Viele von uns sind immer noch viel zu sehr davon durchdrungen, dass Kinder im Grunde ihres Herzens faule Drückeberger sind und wir sie erst zu Menschen formen müssen; dass das Leben „kein Ponyhof“ ist und unsere Kinder am besten so früh wie möglich lernen, Ungerechtigkeit zu ertragen, sich an von außen gesteckte Ziele zu gewöhnen und über ihre Zeit nicht selbst zu verfügen; dass wir es schließlich Ähnliches erdulden mussten und es uns schließlich „auch nicht geschadet“ hat.
Hat es eben doch – die Folgen sind genau dieses Denken. Und das Traurigste ist – das Ganze hat sogar System, siehe „Verdummt noch mal!“ von John Taylor Gatto.

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